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Höchterdyk

Höchterdyk

Aus dem „Inrath-Report“, Ausgabe 03/2006; Hrsg.: Bürgerverein Krefeld-Inrath e.V.:

Das Neubaugebiet Hummelwiese sieht nach Jahrzehntelanger Planung endlich seiner Fertigstellung entgegen. Die neu Hinzugezogenen, aber auch die alten Inrather möchten nun sicher wissen, woher die Bezeichnung der Straße Höchterdyk (Anmerkung: „Dyk“ = Hochdeutsch „Deich“), die quer durch dieses Baugebiet führt, stammt.

War es in der Vergangenheit Sitte, die nach Osten in das Bruch (Anmerkung: „Bruch“ bezeichnet ein Feuchtgebiet) führenden Straßen nach einem der alten Höfe zu benennen, so wich man in den letzten Jahren ohne Not von dieser Tradition ab. Insbesondere der Tivolidyk passt überhaupt nicht in die Tradition dieser Namensgebung.

Welche Beziehung hat nun Höchter zum Inrath? Bisher war der Kenntnisstand sehr dürftig und führte über die Huldigungsliste von 1740 und der Engelbronner-Karte von ca. 1740 nicht hinaus. In der Arbeit von W. Risler in „Die Heimat“ (Jahrgang 29) wird nun der Tod eines Tilmann Höchter erwähnt.

Die von Risler gewählte Überschrift „Zur Geschichte der Höfe der Herrlichkeit Krefeld“ führte schon verschiedentlich zu Missverständnissen, denn es handelt sich keineswegs ausschließlich um Höfe, sondern um Familienvorstände. Dies wird insbesondere deutlich an einem Hof „van Imrath“, den Risler als den für das Inrath namensgebenden Hof bezeichnete. Bei genauerer Betrachtung handelt es sich um Jan van Emrath, der an der Moerserstraße eine Mühle betrieb. So wurde auch bei Höchter eine Fehldeutung hervorgerufen.

Der Name Höchter auch Huechter und Heuchter ist in Krefeld seit 1664 urkundlich nachweisbar. Am 04.04.1664 lässt ein Michael Höchter seinen Sohn Heinrich taufen. Michael hatte auch eine Tochter Margaretha, die 1690 Hermann Keuten vom Keutenhof heiratet. Da sie vor 1664 geboren sein muss, aber nicht in Krefeld geboren wurde, lässt sich die Ansiedlung der Höchter am Inrath auf ca. 1663 datieren.

Wo aber kamen nun die Höchter her? Außer in Krefeld ist der Name nur noch in Fischeln (seinerzeit zum Kurfürstentum Köln gehörend) zu finden. In Fischeln betrieb die Familie Höchter am Steinrath eine Schmiede. Wie man einer der von J. Peter Lentzen für seinem Buch über die „Gemeinde und Pfarre Fischeln“ entworfenen Karte entnimmt, lag diese Schmiede schon 1595 an angegebener Stelle. In älteren Urkunden findet sich dann schließlich die Bezeichnung „up der hoechten Gehäuß“, womit die Bedeutung des Namens geklärt scheint. Der Name leitet sich offensichtlich ab von jemandem, der in einem hohen bzw. höher gelegenen Haus lebte.

Leider lieferten die älteren Krefelder Kirchenbücher noch keine Angaben über Berufe. Aber in späteren Urkunden wird deutlich, dass auch die Inrather Höchter dem Schmiedehandwerk angehörten und Höchter kein Hof sondern eine Schiede war.

So Tilmann Höchter *30.11.1698 (Mitgliederverzeichnis der reformierten Gemeinde von 1765) und Michael Höchter *18.04.1749. Einige Töchter der Familie Höchter waren mit Schmieden verheiratet, z.B. Anna Elisabeth Höchter mit Johann Wilhelm Fischer und Anna Höchter mit Wilhelm Kamphausen. In einer Viehzählungsliste der Franzosen zu Beginn des 19ten Jahrhunderts wird Höchter als maréchal (Hufschmied) bezeichnet.

Aus dem Vergleich des Urkatasters 1826 mit der Engelbronner-Karteläßt sich dann Höchter genau lokalisieren. Es handelt sich um das Haus Inratherstraße 453, in dem zu dieser Zeit Christian Kütelwasch die immer noch existierende Schmiede betrieb. Diese Schmiede bestand noch bis in die fünfziger Jahre des 20ten Jahrhunderts und war den Inrathern als Metzelaers-Schmett bekannt.

Horst Steimel